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Dehler 30 OD Offshore Training

Von der Klassenvereinigung der Dehler 30 OD hatte Bodo Mall das Angebot zu einem Trainingswochenende für uns erhalten. Dies haben wir gerne angenommen, da die Klassenvereinigung auch die Hälfte der Kosten übernommen hat, wofür wir sehr dankbar sind.




Nachdem wir in Rostock am 24.08. angekommen sind, haben wir eine detaillierte Einweisung der Boote von Kalle Dehler bekommen. Hierbei erhielten wir noch tiefe Einblicke in den Design- und Konstruktionsprozess. Es war spannend, die Perspektive eines Konstrukteurs in diesem Bereich kennenzulernen.


Anschließend haben wir bei traumhaftem Wetter und leichter Brise auf der Ostsee Segel gesetzt. Wir waren erstaunt, wie schnell und feinfühlig eine auf Hochsee ausgelegte Yacht bei solch wenig Wind sein kann. Hauptsächlich beschäftigten wir uns am ersten Tag mit langen Trainingsschlägen. Hierdurch hatten wir die Möglichkeit, viele Segelkonfigurationen auszuprobieren. Den Abend ließen wir nach dem Anlegen mit den anderen Teilnehmern beim gemeinsamen Abendessen ausklingen.



erstes Ausprobieren


Nachdem wir am ersten Tag das Boot bei einer leichten Brise kennengelernt haben, war am zweiten Tag schon deutlich mehr Druck in der Luft. Wieder mit Kalle Dehler an Bord, liefen wir gemeinsam mit den beiden anderen Schiffen aus dem Hafen aus. Angesichts der fünf bis sechs Windstärken entschieden wir uns, mit dem Großsegel im ersten Reff zu starten. Als wir die Mittelmole passiert hatten und die ersten hohen Wellen aufs Deck schlugen, war schnell klar, dass es ins zweite Reff geht. Trotz der harten Bedingungen und der ungemütlichen Welle, machte das Boot einen stabilen und zuverlässigen Eindruck. Dank des One Design Charakters des Bootes konnten wir sehr gut verschiedene Segelkonfigurationen gegen die anderen Teams testen. Im Detail bedeutete das, mehrere Reffs in Groß und Genua zu testen. Nach einer kurzen, knackigen Einheit ging es zurück in den Hafen, da der Wind stetig zunahm. Es war ein sehr lehrreicher Tag, welcher uns mögliche Grenzen, aber auch Entwicklungspotentiale gezeigt hat. Spannend war zu sehen, wie viel Vertrauen Kalle bei solchen Bedingungen in das Boot hatte.


Da am dritten Tag ähnliche Windbedingungen wie am Vortag herrschten und ein Trainer ausgefallen war, entschlossen wir uns, zusammen mit dem Team vom Norddeutschen Regatta Verein auf einem Boot zu segeln. Bei nördlichem Wind mit 20-25 Knoten Stärke genossen wir einen anspruchsvollen Segeltag an Bord der Dehler 30 OD. Es war sehr angenehm, bei solch kräftigem Wind ein paar Hände mehr an Bord zu haben. Dies ermöglichte es uns, Manöver gezielter zu trainieren und deren Ablauf koordinierter zu gestalten. Vor allem das Surfen auf der Welle unter Gennaker hat viel Spaß gemacht. Dabei lässt sich das Schiff, trotz der Segelfläche einer Yacht, wie eine Jolle lenken. In den Spitzen kamen wir sogar auf sportliche 17 Knoten Bootsgeschwindigkeit. Vom Surfen über Kreuzen bis zum Sonnenschuss war alles dabei. Es war faszinierend, das Boot von so vielen Seiten kennenzulernen.





mit allen Segeln


Am letzten Tag haben wir früh abgelegt. Wieder zu viert mit dem NRV an Bord haben wir uns daran gemacht, nochmal den Rest der Segelgarderobe auszuprobieren. Der Wind kam aus Nord-Osten mit etwa 17 bis 20 Knoten. Zuerst haben wir unter vollem Großsegel die Code 0 hochgezogen. Diese in Kombination mit einem Stagsegel haben wir die Meilen schnell hinter uns gebracht. Um wieder Höhe zu gewinnen, haben wir den Code 0 eingerollt und uns nur unter Groß und Stagsegel auf die Kreuz gemacht. Nachdem wir kurz vor Dänemark wendeten und wieder auf räumliche Kurse gegangen waren, hatten wir als Höchstgeschwindigkeit 16 Knoten auf der Logge.


Die Dehler 30 OD ist eine genial gelungene Yacht: sie ist schnell und leicht, vergibt aber trotzdem Fehler. Unter Deck ist sie kein nacktes Regattaschiff, sondern bietet vollen Wohnkomfort. Dies macht sie auch für gemütliche Touren geeignet. Wenn man sie gut unter Kontrolle hat, gibt sie schnell Gas und fährt ohne weiteres an größeren Yachten vorbei.


Es war eine wahnsinnige Freude, dieses Boot kennenzulernen und wir bedanken uns bei der SKWB, dass ihr uns so eine tolle Woche ermöglicht habt.


Frederick Nabor

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