Mit einem komfortablen Minibus ging die Reise um 6:00 Uhr in Hamburg los, auf dem Weg nach und in Bremen wurden die übrigen Crewmitglieder aufgesammelt. Von dort an ging es mit einer Mittagspause in Belgien ohne Stau nach Cherbourg-en-Cotentin. Die Schlüssel traf mit der Regattacrew kurz nach uns ein.
Unsere Hotels in Hafennähe ermöglichten uns schnellen Zugang zum Race Village und der Regatta Atmosphäre im Hafen von Cherbourg. Am nächsten Tag trafen wir uns mit der Fastnet Crew, informierten uns ob des Zustandes des Schiffes und deckten uns mit Proviant für den ersten Abschnitt unserer Reise ein.
Am Samstagmittag übernahmen wir das Schiff, bunkerten Proviant und reparierten etliche Schäden. Dafür wurden auch einige Landmeilen auf dem mehrfachen Weg zum Segelmacher zurückgelegt.
Abends haben wir uns dann an der lokalen Küche gelabt. Es gab Galettes, typisch normannisch und wir tranken dazu Cidre.

Danach gingen einige von uns erschöpft ins Bett, der Rest der Crew genoss noch die Feieratmosphäre im Race Village nach der Siegerehrung.
Sonntagmorgen sind wir dann ausgelaufen und durch Wind und Dünung gegen an und die damit verbundene Kreuzerei wurde aus einem entspannten Tagestrip eine späte Ankunft auf Guernsey. Wir waren so spät, dass wir keine Fish & Chips mehr bekamen. Letztendlich konnten wir, ob des nahenden schlechten Wetters morgens nur das Liegegeld bezahlen und direkt wieder auslaufen.
Es ging weiter, kreuzend bis Camaret-sur-Mer, was uns eine teils spannende Fahrt bei Nacht durch den Kanal mit einigen Schiffsbegegnungen bescherte, darunter ein Segler ohne AIS und erst spät eingeschalteter Navigationsbeleuchtung. Zeitweise rissen die Wolken auf und gaben den Blick auf einen wunderschönen Sternenhimmel frei.

Zwischen Ile d’Ouessant und den landwärts gelegenen kleineren Inseln sind wir am Dienstag gen Camaret gesegelt, um dort dann eine Stunde zu spät für das Nachbunkern von Proviant anzukommen.
Der Skipper Michael und Tarrin-Göntje bekochten uns mit französischem Rindersteak und als Belohnung für die anstrengende Fahrt wurde dazu auch ein feiner Bordeaux ausgeschenkt.
Am nächsten Morgen, nach einem Frühstück mit frischem Baguette, „Schweizer Brot“, und „Rosinen Schnecken“ wurde der Mast und das Rigg genauestens inspiziert. Beim Baden im klaren Wasser wurde Tang von den Ruderblättern und dem Sail Drive entfernt sowie der Faltpropeller auf Gängigkeit kontrolliert. Alles bestens und ok sodass die Crew nun im Verließ des alten Fort Vauban am Hafen sich der Körperpflege und dem ausgiebigen Duschen widmen konnte. Dann gab es vom Skipper 3 Stunden Freizeit, die zum Sightseeing des beschaulichen hübschen Ortes genutzt wurde und es wurde mit der großartigen Unterstützung von Freunden von weiter einkaufen gegangen. Man half uns auch noch die Mengen von Proviant den langen Weg vom Supermarkt zum Schiff zu bringen und auch danach noch an Bord zu wuchten. Dafür bedankten wir uns gerne mit einer Einladung auf ein Glas französischen Rosé auf unser Schiff, gebaut in La Rochelle von der französischen RM-Yacht Werft.
Nach einer überaus herzlichen Verabschiedung verließen wir mittags das sonnige Camaret-sur-Mer unter Motor mit Gijón / Asturien als Ziel und passierten gegen Abend die berüchtigte Passage Raz de Sein, „das Tor zur Biskaya“.

Von dort aus ging es weiter unter leichten Winden, erst mit asymmetrischem Spinnaker, später für die Nachtfahrt mit Code 0. Leider ließ der Wind stetig nach bis Michael bei 1kt Vortrieb in die falsche Richung entschied den Motor anzumachen.
Zwischen Fahrt unter Segeln und unter Maschine, je nach vorhandenem Wind, überquerten wir nun die Biskaya. Das Wetter war mild, Sonne bei Tage und blendend heller Mond bei Nacht.

Ob der lokalen Gegebenheiten wies uns unser Schiffer, als Teil der Sicherheitseinweisung, in die Benutzung eines „Pingers“ zur Vertreibung etwaiger Orkas ein.
Letztendlich liefen wir nach 300 Meilen und 2 Tagen und 6 Stunden am Freitagabend in den Hafen von Gijón ein.

Damit kamen wir 12 Stunden früher an als geplant, jedoch wieder eine Stunde zu spät um zu duschen.
Schiffer Michael und seine Crew von der SY Schlüssel von Bremen
