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Nachruf Matthias (Matsch) Claussen

  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Leider müssen wir den Tod von Matthias Claussen bekanntgeben. Matthias Claussen, den wir alle im Verein nur unter Matsch Claussen kannten. Woher der Name Matsch kommt, ist leider nicht mehr festzustellen. Also lassen wir es im Folgenden auch bei Matsch Claussen.


Matsch Claussen verließ uns im Januar dieses Jahres. Er erlag einer recht seltenen Krankheit, nämlich einer Krebserkrankung in der äußeren Augenhinterwand.


Matsch Claussen war eine in jeder Beziehung interessante Persönlichkeit. Dies zeigte sich schon an der großen Anzahl der Teilnehmer bei seiner Trauerfeier. Der Bremer Dom, in dem die Trauerfeier stattfand, war bis auf den letzten Platz besetzt. Matsch war in der Bremer Wirtschaft eine bekannte Persönlichkeit gewesen.


Er war Gesellschafter und Geschäftsführer der Firma Melchers & Co. in Bremen. Darüber hinaus bekleidete er diverse Ehrenämter sowohl bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und auch in der Handelskammer, sowie in der Sparkasse Bremen.


Matsch war studierter Jurist. Ich lernte ihn kennen, als er als mit gerade 14 Jahren in die SKWB eintrat, und zunächst in der Jugendabteilung auf den Jollen, später dann auf unseren großen Seekreuzern segelte. Er machte dort viele Fahrten und stieg zum Schiffer unseres Vereins auf.


Sein seglerischer Lebenslauf zeigt insgesamt 45.000 Seemeilen gesegelt auf Schiffen der Segelkameradschaft. Die Statistik sagt weiter aus, dass seine erste Reise im Jahre 1968 war und seinen Schiffer machte Matsch dann im Jahre 1975.


Er segelte insgesamt als Schiffer auf 9 verschiedenen Schiffen der Segelkameradschaft.


Bei seinen vielen Reisen, die er mit SKWB-Schiffen machte, war seine längste  eine Atlantik-Überquerung, allerdings nicht auf der Barfußroute im Süden, sondern im Zusammenhang mit einer Atlantik-Regatta, die er auf dem damaligen „Wappen von Bremen“ von den USA über Bermuda nach Baiona in Nord  Spanien machte.  Im Jahre 1979 wollte er mit dem „Roland von Bremen“ die Cowes Week mit anschließendem Fastnet Rennen als Skipper segeln. Aber auf einer der Vorregatten zum Fastnet Rennen brach sozusagen aus dem nichts heraus der Mast. Ich zitiere hier mal einen Mitsegler, der damals dabei war:

„Es lags kein Bedienungsfehler vor. Ursache war wohl ein nicht richtig eingesetztes Toggle eines Oberwants, das hatte durch die Biegebeanspruchung Druck bekommen und war dafür nicht ausgelegt und der Mast brach“. Damit war Schluss mit dem Segeln und der Teilnahme am Fastnet Race.


Das war aber letztendlich vielleicht Glück im Unglück, denn wie jeder Segler weiß, das anschließende Fastnet Rennen 1979 war das Schlimmste in der fast 100jährigen Geschichte des Rennens. Da fegte ein Orkan über die Irische See. Viele Yachten kamen in Seenot und sanken. 21 Segler ließen ihr Leben auf der Irischen See. Durch den vorherigen Mastbruch während der Cowes Week gab es für Matsch Claussen und die Crew der Roland von Bremen keine Fastnet Regatta.


Matsch wurde zum Vorsitzenden des Patenrings gewählt. Dieses Amt ist eines der wichtigsten in der SKWB, denn über den Patenring finanziert sie sich zum großen Teil. Er übernahm diese Aufgabe für mehrere Wahlperioden und sprach viele Interessenten an, in den Patenring der SKWB einzutreten, um dort für die Segelkameradschaft zu spenden.


Matsch war sehr belesen und ein diskutierfreudiger Mensch. Ich erinnere mich noch daran, dass ich mit ihm so manche Nachtwache im Cockpit gesessen habe und über Gott und die Welt mit ihm diskutiert habe. Zu meiner Zeit als Vorsitzender der Segelkameradschaft, war Matsch Vorsitzender des Patenrings und wir hatten einiges miteinander zu tun. Was auch immer wir zusammen machten, wir haben uns immer gut verständigt, insbesondere beim Kauf oder Bau neuer Schiffe, die ja alle durch den Patenring finanziert wurden.


Er machte seine vorletzte SK Reise dann im Jahre 2017, denn er hatte neben seiner beruflichen Tätigkeit als Gesellschafter und Geschäftsführer der Firma Melchers wenig Zeit zum Segeln. Seine letzte Reise begann dann im Januar dieses Jahres 2026. Matthias Claussen starb viel zu früh am 24.1. 2026. Er wurde nur 74 Jahre alt.

Wir alle bedauern, dass wir einen so interessanten Menschen, der so gut in der Segelkameradschaft und auch in der Bremischen Wirtschaft vernetzt war, verloren haben.


Farewell lieber Matsch!


Jetzt hast Du Deine längste Reise angetreten!  Segele weiter, bis zum Horizont und dann in die Ewigkeit.


Jochen Orgelmann



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Die Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“ ist einer der traditionsreichesten Segelvereine in Deutschland. Spezialisiert auf das Hochseesegeln und die Ausbildung hierzu, spricht die SKWB dabei alle Alters-  sowie Leistungsgruppen des Segelsports an.

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