und andere Reisen
Fast auf den Tag genau 12 Monate nach Unterzeichnung des Bauvertrages übernahmen wir im April 2006 unser neue "Bank von Bremen". Die 133 dokumentierten Punkte des Abnahmeprotokolls ließen bereits erahnen, dass wir mit dem neuen Schiff nicht einfach in den üblichen Segelbetrieb übergehen können, sondern uns zunächst auf eine anstrengende Teststrecke begeben müssen.
Denn schließlich können Schwachstellen und Optimierungen nur durch eine möglichst intensive Nutzung im Testbetrieb festgestellt und herausgearbeitet werden. Aber genauso zielstrebig wie jetzt alle Beteiligten die Punkte des Arbeitsprotokolls abarbeiteten, steigerten sich gleichzeitig die gezählten Punkte auf der Arbeitsliste bis Anfang August weiter bis auf 372! Hinzu kamen natürlich die ständigen Arbeitslisten für den Elektroniker, den Segelmacher und last but not least für die SK-Bootswarte selbst.
Nun muss man fairer Weise sagen, dass es sich hierbei nicht nur um Gewährleistungsarbeiten aus Reklamationen handelte, sondern auch um viele eigene Wünsche nach Änderungen und Optimierungen was sich eben so aus vielen Jahren Erfahrung und aus 4 Monaten Testbetrieb ergibt. Schließlich hatte bekanntlich schon Adenauer gesagt Was hindert mich daran, täglich klüger zu werden.
Unser Ziel hatten wir selbst hoch gesteckt: Wir wollten möglichst nicht nur alle Unzulänglichkeiten eines individuellen Neubaus in wenigen Monaten in den Griff bekommen, sondern das neue Schiff auch unmittelbar anschließend noch im selben Jahr auf eine anspruchsvolle, 11-monatige Langfahrtunternehmung über voraussichtlich rd. 25.000 sm schicken!
Und so arbeiteten wir uns bis Ende August tapfer durch rd. 6.800 sm Teststrecke, segelten in Nord- und Ostsee überwiegend erfolgreich kurze und längere Regatten oder besuchten auf den übrigen Reisen überwiegend die Anrainerstaaten der Ostsee. Denn nur so konnten tatsächlich alle Schiffer und möglichst viele Crewmitglieder der bevorstehenden Langfahrtunternehmung das Schiff intensiv kennen lernen. Von der Werft in Kiel haben wir uns dabei möglichst nie zu weit entfernt, um immer wieder die Zeit für kurze Arbeitsstopps zu haben. Trotzdem ist heute festzuhalten, dass wir ein hervorragendes Schiff bekommen haben, sicher das beste, modernste und zukunftsweisendste, das die SK je gebaut hat.
Bei einem Rückblick auf die Sommersaison 2006 darf aber nicht in Vergessenheit geraten, dass unser bewährtes Flaggschiff "Wappen von Bremen III" seine Teststrecken schließlich bereits vor 25 Jahren bewältigt hat und heutzutage immer noch intensiv und fast nahtlos ausgebucht gesegelt wird. Frankreich, England, Schottland, Irland, Norwegen und Schweden hießen die diesjährigen Ziele und brachten in bewährter Weise noch einmal fast 8.000 sm auf die Logge der SK.
Am 29.8.06 startete nun "Atlantik-Rund". Aber erst wenn "Bank von Bremen", die Anfang November bereits planmäßig vor Südamerika segelt, mit all seinen Besatzungen im Sommer 2007 hoffentlich heil und erfolgreich wieder zurück sein wird, dann erst werden wir mit Neubau und Langfahrtunternehmen zwei aufeinander folgende Vorhaben gemeistert haben, bei denen die Messlatte von uns selbst hoch gelegt war wie so oft, eben typisch SK!
Unser besonderer Dank gebührt deshalb allen, die mitgeholfen haben, diese Aufgaben zu bewältigen.