Nachdem wir uns in St. Petersburg für das Champions League Finale qualifiziert hatten, entschieden wir uns, dass selbe erfolgreiche Team auch nach St. Moritz zu schicken. Am Mittwochnachmittag (29.8.) starteten wir in Richtung Schweiz.
Der Donnerstag begrüßte uns mit Sonnenschein und keinem Wind. Die ‚Locals’ erklärten uns, dass bei Sonne der thermische Majola-Wind einsetzt. Gegen 16 Uhr starteten wir in unsere erste Wettfahrt, ein guter Start bedeutete aber nicht automatisch eine Top-Platzierung. Der durchgehend drehende Wind spülte uns stückweise nach hinten.

Die Änderung zu dem Bundes-Ligaformat mit 8 statt 6 Booten gegeneinander zu segeln, bedeutete gleichzeitig eine Strategieänderung für uns, mit der wir sehr kämpften. Dazu besteht in der Champions League ein anderes Regelwerk im Vergleich zu den Bundesligaregeln und zu den World Sailing Regeln. Die Schiedsrichter bestraften uns in einer Wettfahrt leider gleich doppelt, folglich mussten wir uns mit einem 8. Platz zufrieden geben.
In der letzten Wettfahrt des Tages konnten wir bei einbrechender Dunkelheit noch auf einen zweiten Platz segeln und die Hoffnung an den See hochhalten. Am Abend wurden wir leider noch mit einem SCP (Scoring Penalty) bestraft, weil Gordon sich in der Startphase einen Pullover überzog und damit gegen das komplizierte Regelwerk der Champions League verstieß. Diese Entscheidung führte am Freitag für viel Gesprächsstoff.
Diese Diskussionen waren leider auch das einzige spannende an diesem Tag. Bei Regen, kalten Temperaturen und Flaute wurden keine Wettfahrten gestartet. Die ‚Locals’ erklärten uns, dass bei Regen kein segelbarer Wind entstehen kann. Somit war für uns leider keine Positionsverbesserung möglich. Die Tatsache, dass die Segler in einem kleinen Zelt zusammen gehäuft wurden und die Sponsoren ein großes beheiztes Zelt hatten, stellte die Bedeutung der Veranstaltung in Frage. Sind bei einem Champions League Finale nicht die Segler die VIP’s?

Am Samstag und Sonntag folgte leider kein Wetter-Umschwung. Regen, Flaute und kalten Temperaturen ließen den Antwortwimpel schlapp und trostlos herunterhängen. Zur Liveübertragung wurden aber dennoch die Boote rausgeschickt, um Wettfahrten zu segeln. Wir konnten unsere Serie leider nicht entscheidend positiv verbessern. Lediglich in der letzten Wettfahrt konnten wir noch einmal mit einem zweiten Platz unser Können präsentieren. Die Bedingungen waren allerdings alles andere als fair.
Den Gesamtsieg konnten die Italienern erringen, nachdem sie im Finale schon abgeschlagener Letzter waren segelten sie auf dem letzten Vorwind-Kurs einfach an allen vorbei. Sinnbildlich für dieses Champions League Finale, manchmal braucht es einfach nur Glück. Dies hatten wir definitiv nicht, wir beenden unser erstes Champions League Finale auf Platz 24. In zwei Wochen geht es in Kiel mit dem 5. Segelbundesliga Spieltag weiter.

 Mit freundlichen Grüßen,
Euer SKWB Bundesligateam