img logo hp 01 54694Wie schon berichtet fand vom 12.- 16. September die WM der J/70 in Porto Cervo auf Sardinien statt. Mit dabei waren sowohl das Procedes Diva Sailing Team der SKWB als auch der Steuermann des SKWB-Bundesliga-Teams Gordon Nickel. Sein Bericht von der WM erreichte uns letzte Woche und beschreibt eindrucksvoll von dem hochkarätig besetzten Event:

Am Donnerstag, den 07. September, machten sich Morten Nickel und Nils Färber auf den langen Weg Richtung Porto Cervo auf Sardinien. An dem Wochenende standen Vermessung und Bootsoptimierung auf dem Programm. Nach einer intensiven Vermessung ohne größere Umstände waren wir bereit für die Weltmeisterschaft, was nicht alle Teams vermelden konnten.

Ein Skandal wurde während der Vermessung aufgedeckt. Einige Profiteams hatten ihr Boot außerhalb der Regularien bearbeitet und somit irregulär optimiert. Insgesamt 7 angereiste Teams wurden von der WM ausgeschlossen. Von dort an gab es im Hafen von Porto Cervo nur noch ein Thema. Die große deutsche Flotte mit 35 Startern blieb von den 181 Meldungen aus 24 Nationen von dem Skandal unberührt.

Neben der Vermessung gab es noch ein weiteres Problem für den Start in die Weltmeisterschaft. Das Practice Race am Montag wurde aufgrund des starken Windes gestrichen. Die Prognose für die ersten beiden Regattatage sah nicht viel besser aus und so kam es leider auch. Während des langen Wartens auf weniger Wind wurde im Hafen das Thema Nummer eins und viele Fragen hierzu diskutiert: Welche Boote sind noch von dem Skandal betroffen, haben aber die Vermessung überstanden? Wie sehen die Strafen für die Betrüger aus? Und wann ist der Wind endlich segelbar?

Am dritten Tag der Weltmeisterschaft durften wir den Hafen verlassen, um uns in dem Feld mit ca. 100 Profiteams zu messen. An Bord waren Gordon Nickel (Steuermann), Morten Nickel (Genakertrimmer), Nils Merten Färber (Focktrimmer) und Sebastian Röske (Vorschiff). Die ersten Wettfahrten verliefen zwar nicht nach unseren Vorstellungen, aber im deutschen Feld gehörten wir zu den Top 3. Die schwierigen Mittelmeerbedingungen mit hoher und steiler Welle bereiteten uns an der Kreuz viele Probleme. Auf den Vorwindgängen konnten wir viele Gegner dafür wieder einholen. Im Anschluss an den ersten Segeltag wurde die gesamte Flotte nach der Ergebnisliste in Gold und Silber eingeteilt. Das erste Etappenziel war für uns erreicht, die Goldgruppe war für uns ein festes Ziel. Nun wollten wir uns ohne Druck langsam nach vorne arbeiten.

In den beiden darauffolgenden Tagen folgten wieder kleine Missgeschicke, die uns bereits die gesamte Saison verfolgen. Wir schafften es einfach nicht, diese Serie zu beenden. Mit hinteren Mittelfeldplatzierungen in der Goldgruppe mussten wir uns dem hohen Niveau geschlagen geben. Die Amerikaner und Südeuropäer sind uns und der deutschen Flotte leider in Punkto Geschwindigkeit voraus. Dass es nur an optimierten Booten liegt, ist zu bezweifeln. Die Zahl der Stunden auf dem Wasser ist bei den Südeuropäern und Amerikaner deutlich höher und verschafft ihnen einen großen Vorteil auf den langen Kursen. In den Manövern sieht die deutsche Flotte sehr gut aus. Da wird die deutsche Priorität der Segelbundesliga doch bemerkbar.

Wir beenden die Weltmeisterschaft auf dem 61. Platz von 181 Meldungen, in der Amateurwertung landen wir auf Platz 14. Ein Ergebnis, das uns nicht traurig macht, sondern anspornt, weiter an unseren Fähigkeiten zu arbeiten, um näher in die Weltspitze aufzuschließen. Unter den deutschen Teams belegen wir Platz 4.

Nun heißt es für uns die Erkenntnisse dieser Saison umzuwandeln, sodass wir im nächsten Jahr gestärkt auch international angreifen können.

Final möchten wir uns recht herzlich bei allen Sponsoren bedanken! Ohne Eure Unterstützung könnten wir nicht auf dem jetzigen Niveau segeln und auf nationaler Ebene so viele Erfolge feiern. Wir freuen uns, weiter mit euch zusammenarbeiten zu können und halten euch natürlich auf dem Laufenden.

Für GER 797 & Crew

Gordon Nickel