S/Y „Wappen von Bremen“ unterwegs ins Baltikum 12. - 24.07.2020

Dies sollte unser Wahlspruch für den Törn nach Lettland und Litauen werden. Er wurde von einem Schleusenwärter in Kiel Holtenau geprägt, der einen Motorbootfahrer bat in die gleiche Schleuse einzulaufen, in der wir bereits mit drei weiteren Seglern und einem Traditionssegler lagen und warteten. Nach dieser charmanten Aufforderung sah man vor dem Motorboot eine größere Bugwelle, im Bereich der Schleuse ist die Geschwindigkeitsbeschränkung auf dem N-O-K wohl etwas flexibler…

   

 

Nach der Schleuse ging es zum Dieselbunkern, biofrei, wie uns auf dem großen Schild oberhalb der Zapfsäule versichert wurde. Wir hatten später genügend Gelegenheit, die Qualität des Brennstoffs zu testen. Bereits in der Förde setzten wir die Segel und setzten Kurs Bornholm. Das Juliwetter zeigte sich von seiner abwechslungsreichen Seite genügend Wasser von oben hatten wir. Nachdem Regen kam auch die Sonne raus (irgendwer an Deck behauptete, er hätte das so gebucht) und wir genossen die Fahrt nach Bornholm – Allinge mit Wind von achtern.

In Allinge gelang es uns in einen vollen Hafen zum Überlaufen zu bringen. Wir waren das letzte Schiff des Tages, das größte Schiff im Hafen und das letzte Schiff im 3er Päckchen, außen…Am nächsten Tag setzten wir Segel Richtung Liepāja/Libau, Lettland. Dabei konnten wir durch die Erbseninseln, mit fantastischem Blick in den Naturhafen, segeln, der achterliche Wind passte ganz hervorragend. Leider blieb das Wetter nicht so und wir mussten zwischendurch immer wieder die Dieselgenua bemühen uns nach Lettland zu bringen.

Liepāja/Libau empfang uns mit einem sehr wechselhaften Bild. Einerseits lagen schrottreife Fischerboote im Hafen, andererseits auch moderne Marineschiffe. Die Stadt spiegelte dieses Bild sehr gut wider. Manche Häuser waren abbruchsreif, andere renoviert und mit schönen Fassaden versehen. Die Stadt und die Bevölkerung boten ein Flair des Aufbruchs.

Am nächsten Tag ging es entlang der Küste bei achterlichen Winden mit 12 - 15 kn nach Klaipėda/Memel, mit dem größten Hafen Litauens, jährlich laufen etwa 7000 Schiffe aus ca. 45 Staaten den Hafen an. Nach dem Besuch der Stadt liefen wir am nächsten Abend wieder aus Richtung Bornholm. So der Plan. Durchkreuzt wurde diese Absicht durch die vorherrschende Windrichtung, die uns um einen Kreuzkurs durch die Ostsee bat. Bei 20 bis 30 kn Wind aus westlicher Richtung segelten wir von Klaipeda direkt nach Travemünde, um das Schiff termingerecht an die nächste Crew zu übergeben.

Insgesamt war dieser Törn mit 1097 sm in 12 Tagen wieder einmal toll, nass, sonnig, windig, sehr beeindruckend, lohnenswert und auf jeden Fall eine Einladung zur Wiederholung, zur Erweiterung des Horizonts in östliche Gewässer.

Gez. Dr. Uwe Bitomski und die Crew der S/Y „Wappen von Bremen“