start newport bermudaDaniel ForsterPPLDas hochklassig besetzte 'Bermuda Race' mit Start in Newport und Ziel Bermuda wird seit 1906 alle zwei Jahre ausgetragen. Charakteristisch für dieses Rennen ist die erste kalte Nacht auf dem Nordatlantik, mit steigenden Temperaturen bei Annäherung an den Golfstrom. Um den America´s CupperGary Jobson zu zitieren: "It’s a feather in every sailor’s cap to have done the race, and many consider the Lighthouse Trophy the most coveted trophy in distance racing” http://bermudarace.com/

Für die Crew der 'Bank von Bremen' um Schiffer Carol startete das Rennen schon mit den Vorbereitungen in Newport, RI. Die elf Mann starke Crew sorgte im Vorfeld dafür, dass sich zum Start am 15. Juni vor Newport das Schiff im Top-Zustand präsentierte.

Bei etwas Bewölkung und moderatem Wind ging es am frühen Nachmittag für die 170 Boote auf den 635 sm langen Weg. Die „Bank“ startete in der St. David's Lighthouse Division gegen starke Racer wie R/P66 oder KER50 10.

Die Wettervorhersagen waren alles andere als ermunternd! Ein Hochdruckrücken mit wenig Wind gab nur für die ganz großen Boote wie Rambler 88 Chance auf guten Wind, dahinter flau. So war man hoch erfreut, dass in den ersten 24h schon 180 sm zurückgelegt wurden.

BvBnewport bermudaDaniel ForsterPPLAber nicht alles lief nach Plan. Am Ende der ersten Nacht, noch in totaler Dunkelheit gab es Alarm: Speed ZERO! Eine Fischerboje mit Radarbake hatte sich am Kiel verfangen, und das 80 Meilen vor der nordamerikanischen Küste. Die Segel müssten geborgen werden, um Druck aus dem Schiff zu nehmen. Anschließend gelang es mit vereinten Kräften die Boje einzufangen und vom üblen Anhängsel zu befreien. Die ganze Aktion kostete uns wertvolle Zeit.

Der nächste Tag brachte wenig Wind und die amerikanische Trockennahrung mit verschiedensten Bohnen brachten ein völlig neues Genusserlebnis, und mancher sehnte sich nach den bekannten Produkten.

Tag drei, dann die Flaute! Ein Vorteil für die leichten Boote. Hier wurden unsere eher schweres Boot zum Schatten auf dem Meer und konnten dem wenig entgegensetzen. Am Ende half dann auch nur die Fassung zu bewahren und nach vorne zu schauen. Die gute Stimmung an Bord war dabei immer von großer Bedeutung und jede Flaute hat einmal ein Ende.

Unter perfekten Bedingungen wurden dann die letzten 200 Meilen abgerissen. Sonne, Wind und eine ruhige See begleiteten uns bis zum Zieleinlauf bei Mondschein beim St. David´s Lighthouse der noch spannend wurde. Gegenüber zwei Yachten konnte noch ein knapper Vorsprung erarbeitet werden. Am frühen Morgen wurde dann nach erfolgreicher Teilnehme an einem Ankerplatz das Rennen beendet. Mit Platz 27 von 170 Yachten gesegelter Zeit war die Crew sehr zufrieden. Leider reichte es mit Platz 4 nicht zum Silber, es fehlten 10 min. Aber in der Gruppe mit den sehr viel leichteren Ker 50 und Ker 43 oder den großen R/P66 und R/P57 ein sehr gutes Ergebnis. Die Crew war sicher dass es ohne die Bremsung der Fischerboje eine Platzierung unter den Top 3 erreicht worden wäre.

Und wie sagte mal ein Segler: „Wenn die Matrosen in das Reich ihres neuen Herrn und Meisters den Golfstrom eintreten, macht das Rennen oft ihren Spitznamen "Thrash to the Onion Patch" aus.“ Einmal durch den rauen Golfstrom drängen wir uns bis zum Ziel St. David's Leuchtturm. Den süßen Duft von Oleander einatmend, fahren wir den gewundenen Kanal nach Hamilton hinauf, wo die Dark 'n Stormies im Royal Bermuda Yacht Club auf uns warten. Die Pricegiving Party im Governors Place mit Dresscode “Jacket, Tie, Bermudashorts, Kniestrümpfe” war dann noch ein besonderes Highlight.

Ob Preis oder nicht, jeder von uns an Bord ist zufrieden, das Bermudarace gefahren zu sein – wir kommen wieder!

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Fotos: © Daniel Forster/PPL